Die Behandlung beim Heilpraktiker ist rechtlich gesehen eine Dienstleistung (die, wenngleich auch Heilung bzw. Linderung angestrebt wird, nicht auf ein bestimmtes, zeitlich festgelegtes Ergebniss, einen Erfolg, gerichtet ist). Bei der Preisgestaltung für diese Dienstleistung ist der Heilpraktiker grundsätzlich frei, er muß sich nicht an die Gebührenordnung für Heilpraktiker halten. Dem Patienten steht es frei, einer solchen Behandlung (einem Vertrag) zuzustimmen oder nicht. Der Patient muß aber vor Beginn der Behandlung über die für ihn entstehenden Kosten genau informiert werden. Sonst kann dieser Vertrag ungültig sein. Dies bedeutet, daß die Kosten für Heilpraktikerbehandlungen sehr unterschiedlich sind. Gehen Sie als ungefähre Mittelwertangabe davon aus, daß pro Behandlungsstunde Kosten von 20€ bis 100 € entstehen. Alles was darüber hinaus geht, ist nicht mehr angemessen und lediglich der Eitelkeit des Behandlers geschuldet. Diese Angabe enthält noch keine Ausgaben für Therapeutika und medizinische Hilfsmittel. Der Begriff "Behandlungsstunde" bedeutet auch nicht, daß nach Zeit abgerechnet wird, wir verwenden ihn hier lediglich als Veranschaulichungshilfe. Für eine homöopathische Behandlung von etwa 1,5 bis 2 Stunden Dauer werden also, inklusive anschließender Repertorisation, mindestens 40 € bis zu 140 € zu zahlen sein. Es sind auch Fälle bekannt, wo Patienten 300 € und mehr für eine homöopathische Erstbehandlung gezahlt haben. Dies erscheint allerdings überhöht, wenn man bedenkt, daß die Höhe der Vergütung nicht für eine Schnellheilung garantiert. Für homöopathische Folgebehandlungen sind in der Regel 1/3 bis 1/2 der Erstbehandlungskosten anzusetzen. Gerade im Bereich der privaten Gesundheitsvorsorge und Versorgung besteht die Gefahr, die ganz persönlichen, manchmal überzogenen Lebensvorstellungen der Behandler mitzutragen. Die überteuerte Designer-Praxiseinrichtung sollte nicht den Patienten aufgelastet werden.